Desperados, Die

Beat, 1963 - 1969
Ur-Besetzung: Mike Trösser (voc), Georg Krause-Wichmann (g, voc), Jonny Jasin (g), Hans Georg Rehse (b), Jens Hoffmeister (dr, voc)

Eine der ersten Bonner (Bad Godesberger) Bands waren die Desperados. Hans Georg Rehse und Jonny Jasin, beide Schüler in einer Klasse, hatten ausdauernd Elvis gehört und wollten auch genau diese Musik machen. Sie und ihr Internatsfreund Georg Krause-Wichmann stießen auf Jens Hoffmeister, der in einem Probekeller auf Persilkartons als Trommeln und auf silbernen Aschenbechern als Becken das Schlagzeugspielen erlernte (später lieh ihm Rainer Haberland - heute Bassist bei Handmade - ein richtiges Drumset). Mike Trösser besaß damals einen kleinen Verstärker, also holten sie ihn als Sänger in die neue Band, und über diese Box liefen dann der Gesang, beide Gitarren und der Bass. Die Gruppe spielte anfangs Shadows- Stücke, später folgten Gesangs-Nummern - und damit waren die Desperados in Bonn ganz vorn: Andere Bands beließen es erst einmal bei Instrumental-Nummern.

Der erste Gig stand schon ganz schnell an: Nur kurze Zeit nach der Gründung spielten die Desperados im März 1963 im Rainbow Dancing Club (später 1600 Club) im Bonner Bürger-Verein. Jasin verließ 1964 die Band, als sein Vater, ein Diplomat, zurück nach Indonesien gerufen wurde. Als neuer Gitarrist stieg Werner Müller- Lankow ein. Es folgten Auftritte in kleinen Clubs, oft veranstaltete die Band eigene Konzerte (oder besser Tanztees) beispielsweise im Mehlemer "Vulkan". 1965 wechselte Müller-Lankow zur Band Row, für ihn kam Marcel Becker (g).

Die Desperados Eine der ersten Bonner Beat-Bands: die Desperados Marcel Becker, Hans Georg Rehse, Georg Krause-Wichmann, Jens Hoffmeister (v.l.)

Die Desperados trauten sich jetzt auch auf große Festivals: 1965 spielten sie in der Kölner Sporthalle beim Deutschen Amateur-Beat-Festival mit, im selben Jahr beim Haribo-Beatfestival in der Godesberger Stadthalle holten sie den 1. Preis: stolze 1000 Deutsche Mark. In der Folge spielte die Gruppe den typischen Beat - Chuck Berry war ganz oben in der Setliste - im Bus Stop, 1966 als Vorgruppe der Lords in Godesberg, 1967 im BBV als Support der Kinks. Wie unkompliziert der Umgang mit den damaligen Stars war, daran erinnert sich Jens Hoffmeister gerne, der mit dem hungrigen Kinks-Gitarristen Dave Davis zum Kaiserplatz ging und dann dort Pommes Frites aß. Als Krause-Wichmann und Rehse Bonn Richtung München verließen, war das Ende der Desperados gekommen.



Diskographie: -
Kontakt: Jens Hoffmeister, Hobsweg 16, 53125 Bonn-Röttgen

© 2005 by Rope Schmitz
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